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Palmnüsse als Chance

Casa de Maria | Brasilien, Bahia

Mit Unterstützung der Genossenschaft Casa de Maria wollen Palmnuss-Sammlerinnen – die Mehrheit alleinerziehende Mütter, die derzeit von der Sozialhilfe leben – das selbst hergestellte Öl aus Licuri- und Babassu-Nüssen sowie weitere Produkte zur Marktreife entwickeln, um ihre wirtschaftliche und soziale Situation zu verbessern. Darüber hinaus ist der Aufbau eines Support-Netzwerks von Frauenkooperativen geplant.

 

Der Nordosten Brasiliens ist eine der ärmsten Regionen des Landes – geprägt von der Ungleichheit der Geschlechter, Gewalt und der Ausdehnung der Agrarindustrie mit Monokulturen. Die Frauen in den ländlichen Gebieten der Chapada Diamantina stammen aus Quilombola-Gemeinschaften (ehemalige Sklaven) und indigenen Völkern. Sie haben kaum Zugang zu Bildung und generieren ihr beschei­denes Einkommen mit dem Sammeln von Licuri- und Babassu-Nüssen in den Wäldern. Die Palmnüsse verkaufen sie auf dem Markt, verarbeiten sie zu Öl oder verwenden sie für ihr Kunsthandwerk. Die regionale Selbsthilfeorganisation Casa de Maria unterstützt die Produktions­gruppen der Sammlerinnen durch Weiter­bildung in der Verarbeitung der Nüsse sowie in der Ausarbeitung eines eigenen Geschäftsplans auf der Grundlage der Solidarwirtschaft und hilft bei der Vernetzung der einzelnen Kooperativen. Angefangen hat das Projekt in der ersten Phase mit vier Gruppen von Licuri-Sammlerinnen – heute sind bereits zwölf Kooperativen im Netzwerk zusammengeschlossen, darunter auch fünf Kooperativen von Babassu-Sammlerinnen. Dank dieser Vernetzung und ihrer ökonomischen Stärkung können die Frauen ihre Position auf dem Markt festigen und sich gemeinsam besser für faire Preise einsetzen. Sie haben an Einfluss gewonnen und nehmen an Diskus­­sionen mit den Behörden und der öffent­lichen Verwaltung teil, um diese für die Bedeutung ihrer Arbeit zu sensibilisieren. Die Sammlerinnen setzen sich mit behördlicher Unterstützung für den Schutz der kokosnussartige Früchte tragenden Palmen ein und bieten durch die nachhaltige Nutzung dieser natürlichen Ressource eine Alternative zur stetig wachsenden Ausbeutung von Rohstoffen sowie zur sich ausdehnenden Agrarindustrie mit ihren Monokulturen. 

 

Bereits in der ersten Projektphase (2023–2024) zeigte ein virtuelles Treffen mit Casa de Maria und Vertreterinnen der Kooperativen das Engagement der Projektteilnehmerinnen, ihre Freude an der gemeinsamen Arbeit und den gemachten Fortschritten sowie das Potenzial des Projekts. Der Stiftungsrat hat deshalb einer Verlängerung der Zusammenarbeit mit Casa de Maria bis Ende 2026 zugestimmt. 

Casa de Maria, Brasilien. © Julia Mendes